Der Museumsverein Stockholm-Roslagens Järnvägar (SRJmf)
und die
Museumsbahn Upsala-Lenna Jernväg (ULJ)

Sowie einige Bemerkungen bezüglich des 891 mm Eisenbahnnetzes im östlichen Teil der Provinz Uppland ("Roslagen").
Image1, 86519 byte(s). Der Bahnhof Rimbo in den 1890er Jahren: Die Dampflokomotive SRJ 3 "Rimbo" ist mit dem Personenzug nach Stockholm abfahrtsbereit. Diese Maschine, die von NOHAB im Jahre1884 gebaut wurde, steht heute im schwedischen Eisenbahnmuseum. Zwei der Wagen (Nr. 9 und Nr.14) sind wieder im fahrplanmäßigen Verkehr unserer Bahn.

Bild aus der Sammlung von Bengt Ljungh.

Zielsetzung des Vereins ist es, die historische Eisenbahn von Uppsala Ostbahnhof nach Lenna (21 km) und Faringe (33 km vom Uppsala entfernt) aufrecht zu erhalten. Der Name Upsala-Lenna-Bahn ist historisch; diese Bahn ist die älteste der 891 mm-Schmalspurbahnen des ehemaligen Eisenbahnnetzes in Roslagen. Sie wurde 1876 als Verbindung der Eisenhütte in Lenna mit den Eisenerzgruben in Dannemora durch Anschluss der Regelspurbahn Uppsala-Gävle (UGJ) fertig gebaut. Zwei Jahre später war eine weitere Schmalspurbahn im nördlichen Teil Upplands im Betrieb genommen, die Dannemora-Hargs Järnväg (DHJ). Sie verband die Gruben in Dannemora mit dem Überseehafen.

1884 kam die östliche Verlängerung der ULJ nach der Küstenstadt Norrtälje, die Lenna-Norrtäljebahn (LNJ) hinzu. Im folgenden Jahr wurde die anschließende Bahn von Bahnhof Rimbo nach Stockholm Ostbahnhof (SRJ) eingeweiht. LNJ und ULJ wurden 1905 und 1908 von SRJ übernommen. Mit dem neuen Namen (Stockholm-Roslagens Järnvägar) war es möglich, die alte Abkürzung SRJ zu behalten. (Roslagen ist der vorhistorische Name der Küstenbezirke nord-nordöstlich von Stockholm).

Die SRJ war auch maßgeblich am Aufbau der Bahn von Rimbo zum neuen Papierwerk beim Hallstavik Hafen betätigt, das im Jahre 1915 errichtet wurde. Einige Jahre später (1920) wurden schließlich die Bahnen im Süden und Norden (SRJ und DHJ) durch die Faringe-Gimo-Bahn (FGJ) miteinander verbunden.

Eine weitere große Aufgabe war die Elektrifizierung der Bahnstrecken nördlich von Stockholm. 1895 fing man mit der Lokalbahn nach Djursholm an. Der Aufbau des elektrischen Bahnnetzes war 1949 mit der Strecke Rimbo-Norrtälje durchgeführt.

Zu dieser Zeit waren jedoch die Eisenbahnen nicht mehr das einzige Verkehrsmittel. 1951 wurde SRJ/DHJ eine staatliche Aktiengesellschaft und 1959 wurde sie von der SJ übernommen und als die 39. Betriebssektion weiter betrieben. Im Jahre 1954 begann der Abbau des Schmalspurnetzes, zuerst der mit den DHJ verbundenen Güterverkehrsbahnen nach Lövstabruk (Lövstahütte), zu den Eisengruben bei Ramhäll und nach Fagervik am Vällensee. Diese Bahnstrecken wurden in den folgenden Jahren abgerissen.

Die Dampflokomotiven wurden Ende der 1950er Jahre im Personenverkehr vollständig von Triebwagen ersetzt. (Triebwagen waren schon in den 1930er Jahre auf allen Bahnstrecken im Betrieb). Die letzten Dampflokomotiven im Güterverkehr wurden 1962 aus dem Betrieb genommen und von modernen MaK-Dieselloks Gattung Tp abgelöst.


Der Abbau des Personenverkehrs wurde 1960 mit den Bahnstrecken Faringe-Gimo und Dannemora-Hargshamn eingeleitet. Dies war auch das letzte Jahr mit Personenverkehr der "Strassenbahn"-Verlängerung von Stockholm Ostbahnhof nach Engelbrektsplan im Zentrum der Stadt. Die letzten Personenzüge von Uppsala nach Rimbo und von Rimbo nach Hallstavik rollten 1966 und drei Jahre später folgte die totale Stillegung (und der Abriss der Bahn) der Strecke Rimbo-Norrtälje, nur 20 Jahre nach der Elektrifizierung (allerdings war das Elektrizitätsnetz dieser Strecke die letzten drei Jahre nicht in Betrieb).

1969 folgte auch der Abbau jeglichen Güterverkehrs der Bahnen südlich von Rimbo. Auf den naderens Strecken war der Güterverkehr noch bedeutend. Von Dannemora nach Hargshamn rollten tägliche Züge mit Eisenerz und täglich fanden auch Transporte von Uppsala über Rimbo zum Hallsta Papierwerk statt (seit 1956 mit Rollwagen durchgeführt).

Der schwere Güterverkehr der ehemaligen DHJ machte den Umbau der Bahn zur Regelspur notwendig. Dieser Umbau wurde 1963 nach Gimo und 1970 nach Hargshamn durchgeführt. Der Umbau machte die ehemalige FGJ-Linie als Verbindung mit den nördlichen Schmalspuren überflüssig und die Bahnanlage wurde 1971-72 abgerissen. Eine neue Regelspurbahn von Hallstavik nach Hargshamn wurde nun als Ersatz der Schmalspur über Rimbo vorbereitet. Diese Pläne sollten für den kommenden Verkehr unserer Bahn von grösster Bedeutung sein.

Bei der Gründung der SRJmf im Jahre 1968 war die hauptsächliche Aufgabe, alte Eisenbahnfahrzeuge aus der SRJ/DHJ vor der Verschrottung zu retten, um die Fahrzeuge für den Veteranbahnverkehr zu benutzen.
Image2, 231238 byte(s). SJ Gp 3132 (Motala Werkstatt 1950), das erste Dampflokomotive unseres Vereins, die von 1974 bis 1985 im Betrieb war.

Foto:
Owe Danneskog,
Faringe
1975.
In den ersten Jahren war Stockholm, und besonders der Bahnhof bei Djursholms Ösby, Zentralpunkt des Vereins, aber als es Anfang der1970er Jahre offensichtlich wurde, dass die neue Regelspurbahn nach Hallstavik die noch benutzten Schmalspuren überflüssig machen würde, gab es eine Möglichkeit, eine eigene Bahnstrecke zu erwerben.

Die Pläne für eine Museumsbahn ostwärts von Uppsala wurden von der Stadtführung tatkräftig unterstützt und der planmäßige Museumszugverkehr zwischen Uppsala und Lenna begann im Sommer 1974. Noch drei Jahre, bis zur Öffnung der neuen Strecke von Hargshamn nach Hallstavik im Jahre 1977, hatte der Verein nur am Wochenenden die Bahnstrecke zur Verfügung und SJ verlangte, dass die sicherheitsrelevanten Dienste vom Personal der SJ gemacht werden sollten.

Nach Stillegung des Güterverkehrs wurde die 33 km lange Bahnstrecke von Uppsala zum Bahnhof Faringe von der Stadt Uppsala für einen symbolischen Preis von der SJ übernommen. Der alte Kreuzungsbahnhof Faringe wurde zum neuen Zentralpunkt des Museumsbahnbetriebes. Die Bahnstrecke ostwärts nach Rimbo wurde schon im folgenden Winter (1978)
abgerissen, aber bis 1981 konnte unser Verein die Werkstatt des ehemaligen Bahnbetreibwerkes in Rimbo benutzen.


Als sich die SJ Anfang der 1970er Jahre darauf vorbereitete, auch den Personenverkehr südlich von Rimbo einzustellen, wurde der Betrieb dieses Teiles des Bahnnetzes 1972 vom Kreisverband Stockholmer Lokalverkehrs (KSL, später SL) übernommen.
Image3, 104154 byte(s). Ein heutiger (1994) Personenzug mit Triebwagen BR X10p der Roslagsbahn an der nördlichen Endstation Kårsta. Foto: Lars Granström

Die Roslagsbahn (RB) wurde als eine Tochterunternehmen der SL weiter betrieben. Die RB bestand damals aus eine Hauptstrecke (Stockholm Ö – Rimbo), mit drei Ästen (Roslags Näsby – Österskär, Djursholms Ösby – Eddavägen und Djursholms Ösby – Näsbypark). Die älteste Lokalbahn, die s.g. Djursholmsbahn von Djursholms Ösby nach Eddavägen, wurde Ende 1975 stillgelegt und im folgenden Jahr abgerissen. Einige Jahre bevor Betreibseinstellung wurde den elektrischen Betrieb eingestellt, und es wurde nur einen Zugpaar gefahren (s.g. Konzessionszug).


Im Januar 1981 fuhr der letzte Zug von Rimbo nach Stockholm ab; die Bahnanlage südwärts bis zum Bf Kårsta war in so einem schlechten Zustand, dass weiterer Betrieb unmöglich war. Sie wurde deshalb 1982 demontiert. So hatte der alte Bahnknoten Rimbo alle vier Eisenbahnstrecken verloren und die ehemalige Bahnanlage zeigte den tragischen Anblick einer großen Schrottwüste. Das alte Bahnhofsgebiet ist heute vollständig mit neuen Gebäuden bebaut.

Zu dieser Zeit war es die Absicht der politischen Führung, die Reste des schmalspurigen Bahnnetzes so bald wie möglich mit Busverkehr und U-Bahn zu ersetzen. Aber in den folgenden Jahren veräderte ein großer Bürgerprotest in der Region die politische Lage. So machte die politische Bezirksleitung die Absicht klar, die Bahnstrecke von Kårsta nach Rimbo sollte wieder aufgebaut werden. Dieser Wiederaufbau ist aus verschiedenen Gründen noch nicht zu Stande gekommen.


Ende der 1990er Jahre war die Mehrheit von RB-Netz vollständig modernisiert. Diese Aufrüstung umfasste neue elektrischen Triebzügen, die in den Jahren 1991-94 fast alle ältere Wagen, Triebwagen und elektrische Lokomotiven überflüssig machten. Die meisten der alten Wagen wurden von den sechs schwedischen Museumsbahnen der Spurweite 891 mm übernommen.


Viele sind nun im fahrplanmäßigen Verkehr der ULJ.

Drei alte elektrische Triebwagen sind weiterhin bei der Roslagsbahn (RB) bewart und fahren in Sonderbetrieb. Die Roslagsbahn stellt heute das einzige Bahnnetz in Schweden mit täglichem Zugverkehr auf Schmalspur dar.


(Übersetzung und Bearbeitung aus dem Englischen von Harald Agrell. Weitere Bearbeitung von Johan Hellström)
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